21.10.2017
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Arneburger Maler Alfred Pichottki stellt aus

25.10.2017 um 19:00 Uhr

Ab dem 13.September 2017, stellt Alfred Pichottki Zeichnungen und Malerei im Goldenen Anker, in der Elbstraße 17 in Arneburg, aus.

Statt Siegfried Wagner aus Quedlinburg, der kurzfristig die Ausstellung abgesagt hat, freuen wir uns, seit der 231. Ausstellungseröffnung, Alfred Pichottki aus Arneburg mit seinen Zeichnungen und Malerei, präsentieren zu dürfen.

Pichottki ist eine vorgezogene Alternative, die Herr Könnecke als langjähriger Ausstellungsplaner und Galerist sofort im Sinn hatte und Pichottki war schnell bereit, die Absage von Wagner zu kompensieren.

Der 1938 in Groß Rüppertswalde, Kreis Mohrungen in Ostpreußen geborene Autodidakt dürfte vielen Arneburgern als Strommeister dieser Stadt an der Elbe bekannt sein. Er hatte 1975 bis zur seiner Berentung 1999 einen umfangreichen Streckenabschnitt von 30 Km ohne moderne Technik (Telefon, Funk) zu betreuen. Schifffahrtsorientierungen für Lastkähne mussten gesetzt werden und der durchgängige Schiffsverkehr bei Niedrigwasser, Hochwasser und Eisgang war zu organisieren. Der pflichtbewusste Strommeister hat auch eine Künstlerseele.

Schon früh hatte sein Zeichenlehrer Pichottkis Talent erkannt. Dieser förderte seine kreativen Fähigkeiten und sein künstlerisches Potenzial. Seine erste Ausbildung erhielt er nach dem Abschluss der 8. Klasse in der Lehre zum Plakatmaler und Dekorateur mit Abschluss als Gebrauchswerber beim Konsum in Stendal. 1959-1962 war er als Dekorateur tätig. In dieser Zeit Schloss er seine Ehe. Die Geburt der vier Kinder folgte in den Jahren darauf. Auch die anschließende Arbeit in der Konservenfabrik reichte kaum für die wachsende Familie. Eine zweite Berufsausbildung zum Facharbeiter für Wasserbau wurde abgeschlossen. In diesem Beruf war er von 1965 – 1999 bis zu seiner Berentung tätig.

Erst seit 1999 wendete er sich seiner künstlerischen Berufung, die viele Jahre hinter den beruflichen Aufgaben zurück stehen musste, wieder zu.

Ein umfangreiches Werk an Zeichnungen, Aquarellen, Malereien mit Acryl entstand. Mit viel Liebe, Fleiß und Ausdauer fand er in Landschaftsstudien seine Motive. Reisen durch die ehemalige Heimat seiner frühen Kindertage, Ostpreußen, wo Pichottki die ersten Jahre im Oberland – der feinen Stube Ostpreußens – verbracht hatte, inspirierten ihn zu vielen seiner Bilder. Seit fast 20 Jahren experimentiert er mit verschiedenen Techniken und Materialien. Zeichnungen, Aquarelle und Acryle, Arbeiten auf Pappe und Papier sind entstanden sowie Postkartenillustrationen und Glasabzüge.

Seine künstlerischen Fähigkeiten helfen Pichottki unter anderem sein schweres Schicksal, welches lange Jahre verschüttet schien, zu verarbeiten.

Der verbrecherische Krieg Hitlers hinterließ nicht nur Spuren bei den Hinterbliebenen der vielen Ermordeten und Verfolgten, im Besonderen den Juden, Kommunisten, Christen, Sozialisten und Andersdenkenden und der Millionen gefallener Soldaten der Siegermächte, die dem Faschismus in Deutschland ein Ende bereiteten. Die Vergeltung, der Sieger, die für so viele Menschen prägend war, bleibt auch für die Besiegten eine schwer heilende Wunde, deren Kinder und Kindeskinder noch mit dem transgenerationalen Erbe der erlittenen Traumata der Eltern und Großeltern zu tun haben. Schreckliche Erlebnisse, Hunger und Elend, Strapazen bleiben als Erfahrung von Krieg, Vertreibung und Flucht präsent.

Das symbolträchtige Brücken-Motiv wurde bei Pichottki zu einem seiner wichtigsten Themen. Die Metapher der Brücke hat eine Botschaft. Sie steht für Verbindendes, schenkt die Möglichkeit der Begegnung im Kleinen von Einzelnen, die aufeinander zugehen. Brücken stehen auch für einen Weg Trennendes zu überwinden, schaffen im Großen Zusammenhang betrachtet, für ehemals verfeindete Länder, Orte der Vergebung und Versöhnung zu sein. Die Brücke birgt zugleich die Chance zum friedlichen Austausch sowie einem entspannten Miteinander der Völker.

Alfred Pichottki scheint nicht nur in Arneburg seine Heimat und seinen Frieden in seinen Bildern gefunden zu haben sondern er ist mit seiner Kunst, über Grenzen hinweg, auch wieder in seiner Ursprungslandschaft, in Ostpreußens Oberland zu Hause und in vielen Teilen dieser einen Welt.

Die Ausstellung wird bis zum 06.11.2017 im Goldenen Anker in Arneburg zu sehen sein. Die Ausstellung ist außer montags von 11.30 bis 20.30 Uhr geöffnet.

 

Altenzaun, 13.September 2017

Adelheid Johanna Preß

 
 

Veranstaltungsort

Hotel / Restaurant "Goldener Anker"

Elbstraße 17
39596 Arneburg

Telefon (039321) 27136
Telefax (039321) 91630

E-Mail E-Mail:
www.arneburg-hotel-goldener-anker.de/

 

Veranstalter

Kultur- und Heimatverein Arneburg im Altmärkischen Heimatbund e.V.

Elbstraße 23
39596 Arneburg

Telefon (039321) 2213

 

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