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„Verdacht auf Geflügelpest bei einer tot aufgefundenen Flussseeschwalbe im Landkreis Stendal.

Bei einem tot aufgefundenen Wildvogel (Flussseeschwalbe) wurde durch das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV; Fachbereich Veterinärmedizin) das Aviäre Influenzavirus (Virus der Geflügelpest) nachgewiesen. Somit wurde der Verdacht des Ausbruchs der Tierseuche am 23.06.2023 amtlich festgestellt. Die Probe wird derzeit zur Bestätigungsuntersuchung dem nationalen Referenzlabor, dem Labor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems übergeben.

Der Vogel wurde durch Mitarbeiter des Biosphärenreservates Mittelelbe im Rahmen von ehrenamtlichen Kontrollen in einer Seeschwalbenbrutkolonie in einem Altarm der Havel bei Havelberg aufgefunden.

Im Landkreis Stendal gelten für Geflügelhalter und – halterinnen zunächst keine Einschränkungen. Die Lage wird durch das Veterinär – und Lebensmittelüberwachungsamt stetig beobachtet und bewertet.

Geflügelhalter im gesamten Landkreis Stendal sind angehalten, folgende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, um eine Bestandsinfizierung zu vermeiden:

  • Melden Sie Ihre Geflügelbestände im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Stendal an, sofern Sie dies noch nicht getan haben (veterinaeramt@landkreis-stendal.de, oder 03931 / 607712)
  • Melden Sie im Bestand auftretende Krankheitsanzeichen und/ oder außergewöhnliche Tierverluste unverzüglich dem Veterinäramt
  • Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Ställe. Tragen Sie beim Betreten Ihrer Ställe stalleigene Schutzkleidung (Stiefel und Overall).
  • Futter, Einstreu, Wasser und Gerätschaften sind so aufzubewahren, dass sie nicht mit Ausscheidungen von Wildvögeln in Berührung kommen.

Bei der Aviären Influenza handelt es sich um eine durch Viren ausgelöste Infektionserkrankung, die sowohl Haus- als auch Wildgeflügel befällt. Die hochpathogene Form des Virus ist Verursacher der „Geflügelpest“, diese geht mit schweren Krankheitssymptomen bei den Tieren einher. Dies können sein:

  • Verminderte Futteraufnahme, stark erhöhte Tränkwasseraufnahme und allgemeine Apathie
  • Leistungseinbrüche bei Legehennen und Masthühnern
  • Auftreten von plötzlichen und zahlreichen Todesfällen

In Europa ist es seit 2005 in immer kürzeren Abständen zu Ausbrüchen der hochpathogenen, aviären Influenza (HPAI) gekommen. Während in den ersten Jahren diese Ausbrüche bedingt durch den Vogelzug überwiegend saisonal im Frühjahr und im Herbst verzeichnet wurden, so entwickelt sich die Krankheit nun zu einer ganzjährigen Bedrohung der Wild – und Hausvogelbestände.

Entsprechend des Krankheitsgeschehens in Europa und Deutschland stuft das FLI in der aktuellen Risikoeinschätzung das Risiko von Virus-Einträgen in deutsche Geflügelhaltungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln als hoch ein.

Der Landkreis Stendal nimmt den aktuellen Befund in Verbindung mit der Risikoeinschätzung des FLI zum Anlass, Geflügelhalter und – halterinnen über wichtige Verhaltensregeln zu informieren.“